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Champagne Jacquesson Cuvée n° 734 – Welch mineralische Frische!

Wie so einige Champagner-Häuser, hat auch Jacquesson eine lange und spannende Geschichte. Nach der Gründung des Guts im Jahr 1798  durch Memmie Jacquesson, nahm es alsbald eine rasante Entwicklung. Auch dank  “Schützenhilfe”, könnte man sagen, wurde sehr schnell eine gute Reputation aufgebaut: Ein Gerücht besagt nämlich, dass Napoleon immer ein paar Flaschen der Marke im Gepäck hatte. Seine Blütezeit erreichte Jacquesson Mitte des 19. Jahrhunderts, als man jährlich 1 Millionen Flaschen absetzten konnte, und Memmie Jacquesson‘s Sohn und Nachfolger Adolphe für seine Innovationen hoch angesehen war (er war Vorreiter bei der Einführung der Guyot-Reberziehung in der Champagne, verbesserte die Kontrolle der Flaschengärung und war angeblich mitverantwortlich für die Entwicklung der berühmten Agraffe, welche den Korken auf der Champagnerflasche festhält. Mehr zu lesen auf winedoctor‘s Seite ) . Nach Adolphe‘s Tod aber, begann eine Phase des Misserfolgs während dessen das Gut mangels interessierter Nachfahren mehrmals die Besitzer wechselte. 1974 dann erstand die Chiquet-Familie die Maison Jacquesson und heute steht das Haus unter der Leitung der beiden Brüder Jean-Hervé und Laurent.

Und heute hat das Haus Jacquesson auch wieder den sehr guten Ruf, den es schon vor über 100 Jahren hatte, nur braucht es dafür keinen Napoleon mehr. Es reicht nun einfach das sehr stark ausgeprägte Qualitätsverständnis der Brüder Chiquet. Grundsätzlich werden die Champagner erst mal wie gute stille Weine behandelt, mit Vergärung in Holzfudern und mit einem langen Lager auf der Feinhefe versehen. Aus einem jeden Jahrgang wird so das beste herausgeholt, und anschliessend mit Reserve-Weinen der vorherigen Jahrgänge cuvetiert. Die Brüder Jean-Hervé und Laurent legen darauf wert, einen möglichst trockenen Champagner herzustellen und Dank der hervorragenden Qualität der Grundweine, brauchen sie auch keine hohe Dosage um den Wein zu “verschönern” (in diesem Wein nur 3,5 gr/l). Die Cuvée 734 besteht hauptsächlich aus Grundweinen des Jahrgangs 2006 und wurde mit Résèrve-Weinen aus den Jahrgängen 2005 (22%) und 2004 (5%) abgerundet. Die verwendeten Rebsorten sind 54% Chardonnay, 20% Pinot Noir und 26% Pinot Meunier (Alles sehr schön hier nachzulesen, inklusive Jahrgangsbericht). Probiert haben wir diesen Champagner ein paar Tage nach Sylvester, ganz in Ruhe im Kreise der Familie und auch als Begleitung zu einer asiatisch-scharfen Fisch-Vorspeise.

Der 734 zeigt eine Sehr schöne Nase mit fast noch ofenfrischer Brioche, hefigen Noten, grünen Äpfeln und Blüten, frisch und duftig, aber immer auch elegant bleibend. Am Gaumen schmeichelt eine samtige Perlage, aber sogleich erlebt man einen saftig-knackigen Körper mit einer kalkigen Mineralik, welche auch in der Intensität ein bisschen an einen Hubacker- oder Abtserde-Riesling von Keller erinnert. Geschmacklich zeigt er sich subtil und sehr feingliedrig mit Tee-Noten, weissem Tee, Jasmin Tee, aber auch wieder mit den schon genannten grünen Äpfeln, aber immer frisch und trocken bleibend. Ein sehr kontrastreicher und lebendiger Champagner, der lange am Gaumen haften bleibt und sich auch  mit etwas Luft schön öffnet und entwickelt.

Beeindruckend! Es hat sich mehr als gelohnt den vielen Lobpreisungen Folge zu leisten. Der 734 ist aber auf keinen Fall ein Champagner zum belanglosen nebenher trinken, als Party-Ausschank oder ähnliches; dafür ist er fast zu schade. Er sollte am besten in Ruhe getrunken werden um genug Aufmerksamkeit erfahren  zu können. Entweder solo, oder auch zum Essen, wo er so manch einen Gang hervorragend begleiten kann. Zu leicht scharfen Shrimps zum Beispiel passt er vorzüglich. Durch seine trockene Art ist es auch nicht unbedingt ein Wein für Jedermann, aber wer dafür offen ist, der hat hier einen  wahrlich tollen Champagner, der einen besonderen Moment noch veredeln kann, wie man es eigentlich von diesem festlichen Getränk erwartet.

Ich kann diesen nur weiterempfehlen, und der Preis von rund 38 Euro ist absolut gerechtfertigt, aus der Sicht eines Weinliebhabers ist dieser gar als absolutes Schnäppchen zu bezeichnen.


Das Rück-Etikett erklärt so einiges!

 

PS: Wer mehr erfahren will über Herstellung und Bezeichnungen von Champagner , hier ist mein kleiner Champagner-Leitfaden, den ich vor Weihnachten gepostet habe.

PPS: Hier noch ein interessantes Video von Hendrik Thoma, in dem er mit Jean-Hervé Chiquet von Jacquesson probiert und parliert.

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Categories: Champagne,France
  1. kuechenreise Said,

    Ein wunderbarer Champagner, wirklich wahr.. Danke für den ausführlichen Bericht mit den div. Hintergrundinformationen!

    Der neue Jahrgang, die Nr 735 ist auch schon am Markt. Und ganz besonders köstlich natürlich auch der Millessime, siehe hier auch ein paar Eindrücke: http://kuechenreise.com/2011/08/28/champagner-jacquesson-millessime-2002/

    Gruss, kuechenreise

  2. Blindtaster Said,

    Vielen Dank, Küchenreise. Danke für den Link. Hab den Millesimé noch nicht probiert, aber hört sich sehr vielversprechend an! Gruss, Alex

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