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2005 Kiedricher Gräfenberg Riesling, Robert Weil – fast 10 Jahre danach

Was kann man grundsätzlich von einem gereiften großem Gewächs erwarten? Wie verändert sich das Geschmacksprofil? Die Vielfalt der Aromen, das, was man unter Komplexität verstehen kann, geht zurück, und die Rolle der Struktur des Rieslings rückt in den Vordergrund. Es zeigt sich, ob der Eindruck, den man vom Grundgerüst eines Weines in seiner Jugend hat, sich bewahrheitet. Die grundsätzliche Harmonie der Bestandteile wie Frucht, Säure und Gerbstoffe ist nun für den Genuss wichtiger denn je. Alle anderen Elemente, die in der Jugend Akzente gesetzt haben, werden durch die Erosion des Alters abgerundet.

Heute haben ich ein 10-jähriges GG vom rheingauer Vorzeigeweingut Robert Weil im Glas. Überraschend finde ich an diesem Wein vor allem die Farbe. Sie strahlt blass golden, zeigt sich also erstaunlich hell für das Alter des Weins und auch für den reifen Jahrgang.

Meine Nase erfasst zunächst eine feine Petrolnote. Diese würde auch ausgewiesene Petrol-Feinde nicht schockieren. Darunter befindet sich eine extrem leise Pfirsich und Aprikosen-Aromatik; das Primärfruchtige ist mehr als eindeutig in die zweite oder dritte Reihe verwiesen worden. Etwas später kommen noch Töne von braunem Zucker hinzu sowie eine leichte Rauchigkeit – vielleicht das, was von der typisch intensiven Mineralik übrig ist. Auf jeden Fall wirkt die Nase dieses Gräfenbergs betörend auf mich und man kann sich nicht dagegen wehren einen Schluck zu probieren.

Am Gaumen macht sich sofort das Wesen des Weins bemerkbar. Er zeigt sich immer noch fest und mit Druck. Die Mineralität vibriert, prickelt fast auf der Zunge wie Ahoi-Brause. Frucht ist auch hier nicht mehr ausdrucksstark vorhanden, doch genügend Säure, die den Eindruck von Saftigkeit herstellt, durchzieht den Wein und animiert fortan zum nächsten Schluck. Eine leichte Bitterkeit erinnert an Zitronenzesten und Grapefruit. Komplexität geriet nur durch eine leichte Kräuteraromatik hinein. Das Finish zieht sich lang, reproduziert noch einmal den saftigen Touch der Säure und bleibt dann auf leicht salzigen Tönen, die einmal frische Mineralik waren. Das ist ein sehr guter trockener Riesling, am Anfang seines zweiten Lebens. Er hat mit Sicherheit nicht die punktgenaue Harmonie und den messerscharfen Touch anderer Jahrgänge, ist also nicht als riesengroß einzustufen, aber als groß genug, um einen besonderen Moment zu bescheren! Weit über 90 Punkte!

Weil Riesling Grafenberg Erstes Gewachs 2005

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Categories: Germany,Rheingau
  1. Felix Said,

    Alex, ich finde, das ist mal eine sehr schöne, weil realistische Einschätzung: der ist ganz schön gut aber eben nicht ‘laser sharp and razor focused’ – was wirklich am Jahrgang liegt. Wir hatten ihn dieser Tage ja im ganz großen Kontext und da war er nur sehr gut. http://www.schnutentunker.de/weil-kiedrich-graefenberg-vertikale/
    Aus der Erfahrung heraus auch ein kleiner Wiederspruch: das Rauchige ist keine ehemalige Mineralik, das ist die eigentliche Mineralik oder ‘der Berg’ Diesen Rauch hatten wir sogar im 1921er ;-)
    cheers
    Felix

  2. Blindtaster Said,

    Hallo Felix. Deinen Bericht hatte ich natürlich schon gelesen! ;=) Es ist alles relativ und es ist tatsächlich jammern auf hohem Niveau. Zur Mineralik: Du hast Recht und eigentlich wollte ich genau das ausdrücken. Es ist die gereifte Mineralik. In jungen Jahren erinnert diese eher an Kalk, Schiefer, Aspirin etc.. In den Genuss eines 1921er werde ich wohl aber leider nie kommen :=/

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