“Das Fest”, oder wie der Rheingau die Image-Kurve kriegt.

Als ich Anfang der 2000er von meinem Studium in Südfrankreich zurück kam, waren die Samen längst mehrfach gesät, aufgekeimt und Pflanzen in den Himmel geschossen. Die jungen, wilden Gewächse des Languedoc hatte ich mit Begeisterung aufgesogen und Wein schwirrte als wichtiges Thema in meinem Kopf herum.

Natürlich wollte ich das Thema zuhause fortführen, vielleicht auch mit dem Hintergedanken zu beweisen, dass deutsche Weine der französischen Wein-Autorität etwas entgegenzusetzen haben. Und das Gute lag offenbar direkt vor der Haustüre. Mit Stolz las ich auf dem damals sehr präsenten und für mich als Vorbild geltenden Blog Winedoctor  (damals noch kostenfrei) die hochlobenden Profile der altehrwürdigen, anerkannten und aufstrebenden Rheingau Weingüter Künstler, Weil, Breuer, Leitz und schickte mich an diese zu besuchen. Read the rest of this entry »

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Aktenzeichen GG – auf den Spuren des Jahrgangs 2012 im Frankfurter Palmengarten

First of all: Was für eine Location! Klar bot das Kloster Eberbach auch einen erhabenen, dem Anlass entsprechenden Rahmen, doch ist das Rheingauer Kleinod schon ziemlich abgelegen und für die wenigsten praktisch zu erreichen gewesen. Der Frankfurter Palmengarten bietet mit seinem Gesellschaftshaus nicht nur ein prunkvolles Juwel, sondern ist für jeden Besucher problemlos per Bus, Bahn oder Auto zu erreichen. Ich hoffe, dass der Palmengarten nun dauerhaft Heimat der VDP Grosse Gewächse Probe wird.

Und somit sind wir schon beim Thema: Dem neuen Jahrgang Großer Gewächse aus Deutschland. Und mit 2012 gibt es kaum etwas zu meckern. Wenn es einen Große Gewächse Jahrgang gibt, bei dem man das sprichwörtliche “blind Zuschlagen” anwenden kann, dann ist es wohl dieser. Und so kann man sich beim Probieren auch mal vollkommen den tiefgründigeren Themen widmen und versuchen die regionalen Entwicklungen zu erschmecken. Denn es tut sich was: Vor allem der Rheingau wacht deutlich aus seinem Dornrösschenschlaf auf und bringt vermehrt Spannung ins Glas. An der Nahe ist die Marschrichtung schon länger bekannt und die Weine scheinen jedes Jahr eine Schippe draufzulegen. Das Gleiche gilt für Rheinhessen. An Mosel und Saar gibt es einige beeindruckende Kollektionen, die auch eine große Vielfalt an Stilistiken darbieten – Weingüter wie Heymann-Löwenstein, Van Volxem oder Peter Lauer sind “at the top of their game”. Doch auch Weine von Dr. Loosen oder St. Urbanshof und andere gefallen gut.

Weiter geht’s mit den Notizen, wie immer bewusst knapp gehalten – geht bei so viel Wein fast nicht anders. Read the rest of this entry »

Weinbörse 2013 – Qualität im Zeichen der Pyramide


Mainzer Weinbörse (Symbolbild aus den Vorjahren)

Alle Jahre wieder lockt die Weinbörse – DAS Event, wenn es um hochwertige deutsche Weine geht und um eine erste Bewertung des neuen Jahrgangs. Letztere entpuppt sich wie immer als sehr schwierig, da viele Weine noch in einem sehr jugendlichem Stadium sind, zum Teil noch als unfiltrierte Fassproben eingeschenkt werden, oder gar noch im Weingut liegen und Blubbern.

Dementsprechend fällt mein erstes Urteil zum 2012er Jahrgang bewusst vage aus: Mein Eindruck war, dass wir uns irgendwo zwischen 2011 und 2010 bewegen, wobei in manchen Gebieten, bei manchen Winzern die schlanken, rassigen Weine überwiegen, bei anderen die Frucht eine größere Rolle spielt. Eine vitale Säure findet sich aber in fast allen Weinen. Read the rest of this entry »

2010 Landgeflecht Riesling, Weingut Peter Jakob Kühn, Rheingau – Viel Ausdrucksstärke für 12,5%

Der Landgeflecht von Peter-Jakob Kühn stammt aus Parzellen, die sich in der Lage Östricher Doosberg befinden. Die Kennzeichnung mit 2 Trauben kategorisiert diesen Riesling schon als die “Mittelklasse” der Kühn-Weine. Aber kommen wir gleich zur Verkostungsnotiz: Read the rest of this entry »

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Mainzer Weinbörse 2012 – ein erster Blick auf den Jahrgang 2011

Nun war es wieder soweit. Das Top-Event des Jahres für deutsche Weine, die Mainzer Weinbörse des VDP ist über die Bühne gegangen. Die Winzer präsentieren hier jährlich vor allem ihre neuen Weine des letzten Jahrgangs, also in diesem Fall von 2011.

Und obwohl 2011 schon so viele Vorschusslorbeeren erhalten hat, bestimmt zu recht, ist es für mich definitiv kein einfach zu beurteilender Jahrgang. Da waren 2008, 2009 und 2010 irgendwie viel eindeutiger, denn die Kernaussagen hatten wohl viel mehr tragweite. Read the rest of this entry »

2002 Oestricher Doosberg, PJ Kühn, Rheingau

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Vor kurzem getrunken. Ist anscheinend (Google lässt grüßen) aus dem letzten Jahrgang bevor die Umstellung auf Biodynamie eingeleitet wurde.
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Und man merkt es denn das Geschmacksbild weicht deutlich ab von den heutigen Kühn-Weinen. Schon leicht gereift, aber auf jeden Fall ein Riesling-Primärfrucht-Wein. War schön zu trinken: Saftig mit einem Touch Persönlichkeit.

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