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Sven Klundt – Flüssige Gesteinsproben aus der Südpfalz

In den letzten Wochen hatte ich die Gelegenheit einige Weine des jungen südpfälzer Winzers Sven Klundt zu verkosten. Nach seinem Studium in Geisenheim und diversen Praktika, unter anderem bei der Domaine Wachau, hat dieser nun im elterlichen Weingut die Zügel in der Hand und will den Weg einer kompromisslosen Terroir-Philosphie gehen. Diese Kompromisslosigkeit spiegelt sich in all seinen Weinen wieder: Sie werden nicht dem Cliché der üppigen südpfälzer Weine gerecht, sondern sind schlank, karg, säurebetont und vollgepumpt mit Mineralität. Insbesondere Freunde trockener Rieslinge sollten aufmerksam seinen Werdegang verfolgen. Nachdem ich seine Weine aus 3 Jahrgängen probieren konnte, ist für mich auf jeden Fall der klare Trend einer positiven Qualitätsentwicklung erkennbar. Einen seiner 2012er Weine kann man sogar glatt als GG-Killer bezeichnen. Hier sind die Verkostungsnotizen:

Sven Klundt Obsession Riesling 2012

2012 Obsession Riesling – Obession gibt es nicht nur von Calvin Klein, sondern auch von Sven Klundt. Natürlich handelt es sich hier aber nicht um Parfum, sondern um einen Riesling auf Ortswein-Niveau. Der Obsession Riesling zeigt sich kompromisslos trocken, mit säurebetonter Stilistik und wenig Primärfrucht. Am Gaumen erspürt man leichte Mineralik und dezente Kräuternoten. Der Wein ist aber eindeutig noch sehr jung und zeigt sich etwas spitz. Erst nach 3 Tagen in der offenen Flasche wird er langsam homogener und auch die Nase öffnet sich etwas und offenbart mit Zitrusaromen einen Hauch Primärfrucht. Hinzu kommen die schon am Gaumen erkannten Kräuternoten. Der Obsession ist ein fordernder Wein, der eine deutliche Handschrift trägt und nicht jedem Geschmack gerecht wird. Wer säurebetonten Wein nichts abgewinnen kann, sollte auf jeden Fall eine passende Mahlzeit als Begleitung einplanen.

Sven Klundt Steinweg Riesling 2010

2010 Steinweg Riesling – Steinweg ist eine der 3 Einzellagen, die Sven klundt im Repertoire hat. In der Nase des 2010er Steinweg Rieslings finden sich intensive Aromen von kandierten Zitronen. Am Gaumen ist sofort wieder die Klundt’sche Handschrift erkennbar, mit einer erneut recht markanten Säure, doch es ist alles ncoh in Harmonie. Am Gaumen erscheint der Wein gleichzeitig leichtfüssig und konzentriert, mit einer zur Nase analogen Aromatik. Straff, rauh und fest ist der Steinweg. Ein schlankes Geschoß, das fast eher Elsaß als Pfalz erinnert, im Guten. Obwohl der Wein nur 12% hat, habe ich teils den Eindruck, ein leichter Alkohol-Touch kommt durch, aber vielleicht täusche ich mich auch. Jedenfalls stört es mich nicht wirklich.

Sven Klundt Wacholderberg Weissburgunder

 2011 Wacholderberg Weissburgunder – Nun wieder ein junger Wein, und auch dieser braucht Tage, um zu sich zu finden und zu zeigen was er kann. Unmittelbar nach dem Öffnen wirkt er etwas neben der Kappe, mit einer starken Bitterkeit, die kurioserweise dem Namen der Lage gerecht wird und an Wacholder erinnert. Erst nach Tagen mildert diese sich ab und wir haben einen kräftigen, kräuterwürzigen Weissburgunder, der aber nie fett wirkt. In der Nase und am Gaumen finden sich angenehme Anklänge von Birnenschale. Überhaupt zeigt der Wein am Gaumen eine große geschmackliche Intensität mit einer fast prickelnden Präsenz. Im Finish entwicklet der Wein etwas Hitze, doch auch hier wirkt dies nicht störend. Ein gut gelungener, kräftiger Weissburgunder! 

Sven Klundt Kastanienbusch 2012

2012 Kastanienbusch Riesling – Der Kastanienbusch ist zweifellos die bekannteste Lage, auf die Sven Klundt zurückgreifen kann. Der Wein hat eine blasse strohgelbe Farbe mit grünen Reflexen. Die Nase  zeigt sich leicht rauchig, erinnert an nasse Steine, doch auch Primärfruchtnoten von Steinobst (ab dem 2. Tag auch wieder etwas Zitrus), sowie Kräuteraromen sind präsent. Auch am Gaumen ist eine rauchige Mineralität vorhanden. Hier erscheint der Wein gleichzeitig schlank und dicht, wird durchdrungen von einer wuchtigen, aber auch sehr präzisen Säure (diesen Eindruck der Präzision bei der Säure hatte ich bei den anderen Weinen weniger). Auch leicht kräuterige, bittere Elemente sind vorhanden. Der Wein bleibt lange am Gaumen heften, nach einigen Tagen zeigt er im Finish intensive Noten von Zitronenabrieb und Kräutern. Ich Frage mich höchstens, ob er etwas zu ruhig ist im hinteren Drittel, ob der oft beschriebene “Druck” etwas fehlt… Doch das ist Meckern auf hohem Niveau: Der Kastanienbusch ist ein toller Wein, der sich permanent an der Luft entwickelt, der auch nach 4 Tagen seinen schönen Sponti-Charakter von nassen Steine behält, am Gaumen dann aber immer mehr eine “kalkige” Mineralik zeigt. Ein Wein, den es sich lohnt im Keller zu haben und über die nächsten Jahre zu beobachten. Klare Kaufempfehlung.

Fazit: Sven Klundt ist ein Mann mit einem klaren Konzept, dass in jedem seiner Weine wiedererkennbar ist. Alle “Steinelutscher”, also Freunde von trockenen, mineralisch geprägten Weinen werden ihre Freude haben mit seinen Weinen und sollten diese im Auge behalten. Mein Favorit war ganz klar der Kastanienbusch Riesling, der für sage und schreibe 11 Euro zu haben ist, dabei so manch ein Großes Gewächs in den Schatten stellt. Chapeau, Sven Klundt, und weiter so!

Sven Klundt Landau
Nochmal zum Einprägen!

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Categories: Germany,Pfalz
  1. Weinschlumpf Said,

    Hallo Alex,

    ich hatte die Weine von Klundt in den letzten beiden Wochen auch im Glas und kann die Beschreibungen gut nachvollziehen. Ein toller Wein ist auch der 2011er Obsession Riesling, der mich mit seiner “dreckigen” und rotfruchtigen Nase “spontan” an den 2011er Pettenthal von Kühling-Gillot errinnert hat.

    Gleichzeitig gibt es in der Südpfalz mit dem Weingut Dollt einen weiteren Newcomer, dessen 2012 Kastanienbusch Terrassen (unglaublich mineralisch und präzise mit einer phänomenalen Länge für unfassbare 9,70€) für mich sogar noch etwas über dem Kastanienbusch von Klundt anzusiedeln ist. Vielleicht sieht man sich ja bald beim BRC 2013 in Berlin.

    Grüße

    Nikolai

  2. Blindtaster Said,

    Hallo Nikolai,

    den Obsession 2011er hatte ich auch, jedoch habe ich mir nicht zu allen Notizen gemacht (manchmal trink ich auch einfach! :P). Dollt muss ich mir mekren. BRC ist im November oder? Mal sehen, da könnte was gehen!

    VG

    Alex

  3. Paul Said,

    Hallo,

    und vielen Dank für die Vorstellung der Klundt Weine. Ich persönlich bevorzuge ja den Steinweg Riesling wegen des wunderbar langen, mineralisch langen Abgangs… Wirklich vielversprechende Weine, da wird noch einiges kommen.

    Viele Grüße,
    Christoph

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