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Tatort, Blutwurst und viel Terroir bei Schätzel in Nierstein

Tatort bei Schätzel

Es geht blutig zu bei Schätzel. Nicht nur auf der Leinwand sondern auch im Weingut jagt ein Vergehen das nächste. Der Anlass ist ein cleveres Event, das am letzen Sonntagabend Premiere gefeiert hat, und von nun an regelmäßig stattfinden soll: Tatort und Blutwurst! Es handelt sich dabei um die Live-Sichtung der ARD-Sendung kombiniert mit einer kleinen thematischen Blindprobe sowie einer leckeren hausgemachten Schlachtplatte. Ein Event wie gemacht für den Blindtaster!

Garten bei Schätzel
Empfang im Garten der Schätzels

Passenderweise fand am selben Tag das Frühlingserwachen der Roter Hang-Winzer in Nierstein Stadt. So hatten wir zuvor die Gelegenheit die Nachmittagssonne zu geniessen und bei verschiedenen Winzern die 2011er Rieslinge zu kosten. Doch als die Abend-Dämmerung einbrach, standen bei Schätzel die Sektgläser schon für den Empfang bereit. Circa 20 bis 30 Gäste waren in erwartungsvoller, lockerer Stimmung. Natürlich sollte es alles andere als ein formeller Abend werden.

Schlachtplatte
Der erste Tatort des Abends: Die Schlachtplatte

In einem Kriminalroman von Simon Beckett (Die Chemie des Todes) hab ich mal gelesen, dass man am Eisengehalt der Erde feststellen kann, ob der Fundort der Leiche gleichzeitig auch der Tatort ist (wegen des Ausblutens). Das klingt jetzt fast morbide angesichts der obigen Darstellung einer Schlachtplatte (Hausgemacht und sehr lecker übrigens), doch worauf ich hinaus will ist, dass man interessanterweise auch am Geschmack des hiesigen Rieslings erkennen kann, ob dieser auf der stark eisenhaltigen Erde des Roten Hangs gewachsen ist. Tatort meets Terroir!

Blindprobe
Der zweite Tatort: Die Blindprobe

Und so ist auch der Übergang zum zweiten Tatort mehr oder weniger locker geschafft. Im Aufführugsraum nämlich, direkt unter der Leinwand, wartet eine Blindprobe auf uns, die sich thematisch mit der Roten Hang-Lage Pettenthal befasst. Eine spannende Lage, die dem dort wachsenden Riesling stets ausserordentlich viel mitgibt. 7 Flaschen stehen bereit. 5 davon sind mit indikativen Preisen versehen, die 2 letzten sind als Pirat und Joker bezeichnet, stammen aber beide ebenfalls aus dieser Lage.

Vor der Sendung
Vor Sendeanfang: Munteres kreuz- und-quer-probieren!

Tatort
Leichen gab es natürlich nur auf der Leinwand, dafür aber gleich reihenweise!

Auflösung der Blindprobe
Die Auflösung

Moderne Technik macht’s möglich: Die Ermittlungsarbeit des Wiener Tatort-Duos wurde per Knopfdruck pausiert, so dass wir unseren eigenen Fall aufklären können. Hier die Ergebnisse der Enthüllung:

Nr. 1: 2011 ReinWeiß Riesling Fassprobe 3,0l, Schätzel
Nr. 2: 2011 Pettenthal Riesling Fassprobe 3,0l, Schätzel
Nr. 3: 2011 Pettenthal Riesling Fassprobe, St. Antony
Nr. 4: 2010 Pettenthal Riesling, Kühling-Gillot
Nr. 5: 2010 Pettenthal Riesling, Schätzel
Nr. 6: 2006 Pettenthal Riesling, Kühling-Gillot (“Pirat”)
Nr. 7: 2009 Pettenthal Riesling Spätlese, Weingut Keller (“Joker”)

Auffallend war, dass alle Weine diese besondere Würze gemein hatten, welche die Lage Pettenthal auszeichnet, ausser vielleicht die Keller-Spätlese, die sich weniger rassig gab, vielleicht aber nur in meinen Augen.

Sehr vielversprechend zeigte sich die 2011er Pettenthal Fassprobe von Schätzel, in einem tiefen und gleichzeitig ausgewogenem Stil, wobei ich aber immer noch fasziniert bin von der Statur und der Rasse des 2010ers. Schöne Frucht, durchzogen von einer unglaublich intensiven und eleganten Säure; zum Glück hab ich davon noch ein paar Flaschen.

Auch der 2011er Reinweiß, also der Basis-Riesling von Kai Schätzel wusste zu überzeugen, gleichzeitig süffig und pikant, ein Gutswein mit unverkennbarer Herkunft. Überhaupt kann ich natürlich wieder nur ein Lob für die immer besser werdenden Qualitäten im Weingut Schätzel aussprechen. Wo soll das noch hinführen?

Der 2011er Pettenthal von St Antony gefällt mir auch sehr gut. Durch den Ausbau in gebrauchten französischen Fässern (burgundische pièces) erhält dieser noch eine hauchdünne, zusätzliche Gechmacksschicht. Ein Wein zum nochmaligen Probieren.

Der 2010er von Kühling-Gillot, den ich aus irgendeinem Grund blind unbedingt mit dem vorigen 2011er vergleichen wollte, musste in diesem Duell den Kürzeren ziehen, obwohl auch das kein schlechter Wein ist.

Zeigt doch der 2006er des selben Guts, wozu dieses auch in schwierigen Jahren in der Lage ist. Ein überaus gelungener Wein, mit herben Tabak- und Kräuter-Aromen, einer wuchtigen Erscheinung am Gaumen gefolgt von einer phantastischen Länge (hab ich hier schonmal vergöttert).

Um nochmal auf die Keller Spätlese zu kommen. Diese überzeugt mit einer wundervollen Balance, ging bei mir neben den rassigen trockenen Gewächsen aber ein bisschen unter. Kann mir denken, dass diese ihre eigene Bühne braucht um richtig zur Geltung zu kommen.

Orange Silvaner

Obwohl der Abend nun eigentlich vorbei war, kamen wir paar Glückliche noch in den Genuß von Kai’s Experimenten. Das spannende Thema “Orange Wines” hat nun nämlich auch in Rheinhessen Einzug erhalten. Als Tankprobe zu probieren gab es einen maischevergorenen Silvaner, dessen Most im Grunde nie Sauerstoff gesehen hat. Ein leckerer Charaktertropfen. Ich hab zwar schon einige gute Silvaner probiert, aber so einen ausdrucksstarken noch nicht. Man darf hochgespannt auf die weitere Entwicklung dieses Experiments sein! Way to go!

TBA abzapfen
So wird’s gemacht: Abzapfen einer TBA!

TBA Gärbad
Der Ort an dem die TBA’s schlummern…
Aber der Abend war immer noch nicht zu Ende. Denn nun durften wir zur Krönung noch an jener “Rekord-TBA” (Siehe Bericht hier) nippen, die 2011 mit 301 Grad Öchsle gelesen wurde. In einer speziell konstruierten Wanne gärt diese im Schneckentempo vor sich hin. Fast honigartig fliesst diese Riesling-Essenz der Lage Heiligenbaum ins Glas und bietet am Gaumen eine Intensität ohne Gleichen. in der Nase vermag ich angenehme Aromen zu bemerken, die mich an Matcha-Pulver erinnern. Das ultimative Getränk für Naschkatzen!

 

Vielen Dank, Kai Schätzel, für diesen wunderbaren Abend. Auf solche originellen Event-Ideen muss man erstmal kommen, und genau wie beim Tatort, bin ich auf die Fortsetzungen gespannt!

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