Aus den unendlichen Weiten des so im Trend liegenden Rheinhessen gibt es noch eine Menge aufstrebende Weingüter die noch nicht so im Rampenlicht stehen wie Keller, Wittmann und Co. Es lohnt sich vielleicht also nach der ein oder anderen günstigeren Flasche aus den Top-Lagen Ausschau zu halten. Diese Bouteille Westhofener Morstein Spätlese vom Weingut Michel-Pfannebecker ist mir zufällig in einem Online-Shop begegnet und landete sogleich Zwecks Prüfung in meinem Warenkorb.
Sonderbar erstmal der Verschluß. Weder Kork noch Screwcap zieren den Flaschenhals sondern eine sogenannte Stainless Cap. Es handelt sich schlicht um einen Kronkorken der wohl aus Ästhetik-Gründen durch eine Gummikappe geschützt wird. Eher amüsant dieser Überraschungseffekt aber sonst gilt für mich eh: Hauptsache der Inhalt stimmt. Nur blöd, dass Extra das ganze Rückenetikett als Bedienungsanleitung hinhalten muss. Weinromantik Ade! ;=)
Aber wie gesagt: Hauptsache der Inhalt stimmt. Und das tut er auch.
Der Wein wirkt eher kühl und stahlig, gibt sich nur zurückhaltend gelbfruchtig, und man würde fast meinen, dass er auch ein Tick grün anmutet. Eine kernige Säure vermählt sich am Gaumen mit frischer Mineralik und kräuterherben Elementen. Der Wein zeigt genügend Susbtanz, ist “präsent”. Im Nachhall erscheint er dann recht säurebtont, aber auch mit schöner Mineralik.
Auch wegen den freundlichen 12,5% Alkohol, ein kernig-mineralischer Zechwein auf hohem Niveau. Wieder ein Beweis, dass es in den endlosen Weiten Rheinhessens noch viel zu entdecken gibt.
















