Terroir Directory

Vintage Directory

Fine Dining Directory

featured posts:

about

blogroll

Recent Comments:

  • Gary Backlund: I opened my bottle of the 1873 for a 70th birthday. It was...
  • John Taylor: Dear tasters, reading your comments I realize I too have a...
  • Marc: Un grand classique mais de plus en plus cher
  • Gary Backlund: I also have a bottle of 1873 Mavrodaphne from Achaia Claus....
  • Gary Backlund: I also have a bottle of 1873 Mavrodaphne from Achaia Claus....
  • Fredi: Danke für die tolle Weinprobe und die super Verewigung in dem...

Tweets:

    No public Twitter messages.

Becker’s “Ein Rosé ist ein Rosé ist ein Rosé” -zwischen cremig und Kreissäge!

Roséwein wird vom sogenannten “Weinkenner” generell ja etwas stiefväterlich behandelt. Das liegt wohl daran, dass er oft nur als Beiprodukt der Weinherstellung, quasi als unreine Rebsorten-Verschandelung gesehen wird, oder  seine Existenzberechtigung nur zu Oliven und Tapas, als Aperitif auf der Sonnenterrasse zugesprochen bekommt.

Aber wahrscheinlich liegt diese Unbeliebtheit auch einfach an der Qualität, die bei den meisten Rosés zu wünschen übrig lässt. Es gibt Sie aber, die anspruchsvollen Rosés, doch sind sie fast auf einer Hand aufzuzählen. Spontan fallen mir da die südfranzösischen Rosés der Domaines Ott, oder vielleicht jene von Pibarnon ein. Zu nennen wären natürlich auch die zahlreichen hochwertigen Rosé-Champagner. Aber das war’s dann auch schon fast mit dem Glanz.

Aus Deutschland kommt da herzlich wenig. Sinnbildlich kündigt hierzulande auch das Unwort “Weissherbst” die zu erwartende Gaumenvergewaltigung  warnend an, und nur wenige Rosés kommen über das Cliché des Terrassenweins hinaus, wie zum Beispiel der 2010 er Rosé “Clarette” von Knipser, den es für unter 10 Euro gibt, und dafür eine tolle Frische und Aromatik bietet.

Doch die Weinentdeckungsgesellschaft  hat dieses Manko erkannt, und verspricht mit Ihrer dritten Entdeckung alles getan zu haben um zusammen mit Vorzeigewinzer Friedrich Becker den ersten deutschen Spitzen-Rosé zu kreieren.


Milch von der rosafarbenen Kuh?

Dafür wurden Spätburgunder-, Cabernet– und Dornfelder-Trauben, zum Teil aus GG-Lagen gelesen und per Saignée-Methode gewonnen, getrennt vergoren und zu guter letzt cuvetiert. Auch wurde ein Teil der Cuvée sogar in einem Fass aus dem Bestand der Domaine des Comtes Lafon vergoren: Für die einen ist das übertriebener Perfektionismus, für andere das notwendige Sahnehäubchen.

Doch die große Besonderheit dieses Rosés liegt letztlich in der kompromisslosen Ausführung von Anfang bis Ende. Der Wein wurde ungefiltert abgefüllt und ist so mit all seinen “Nährstoffen” auf die Flasche gekommen. Der Hefesatz, oder die Feinhefe (“Lie”) ist in der transparenten Flasche schön zu sehen: Der Wein zeigt sich trüb, fast milchig. Einfach grandios!

Grandios vor allem, weil die starke Säure des 2010er durch die Hefe einen zähmenden Puffer erhält, aber auch ein Plus an geschmacklicher Tiefe. Ja, dieser Wein beeindruckt vor allem durch seine Struktur und Textur, die Kontraste die durch Säure und Hefe entstehen. Es geht um das Mundgefühl. Am Gaumen erscheint dieser Rosé dadurch  irgendwie zwischen Kreissäge und Marshmallow, äusserst spannend und fordernd. Klar, der Wein hat auch eine schöne Duftigkeit und wie ich finde auch eine leichte Mineralik, aber es ist wirklich diese Achterbahnfahrt der Geschmacksknospen bei jedem Schluck, die diesen Wein ausmacht. Er wird sich auch noch entwickeln, er wird besser werden. Wie bei einem Champagner, der Jahrelang auf der Feinhefe liegt, wird auch dieser Rosé davon profitieren, tiefgründiger werden, aromatischer..


Säure vs Feinhefe, Rosé vs Abenddämmerung

Da haben Carsten Henn und Fritz Becker Junior ganze Arbeit geleistet. Ich werde jetzt natürlich nicht bezeugen können, dass es sich hier um den besten deutschen Rosé handelt, aber er gehört auf jeden Fall zu den originellsten. Und es sind letztendlich diese kompromisslosen Weine, diese Unikate, die ich am liebsten im Keller habe.

Es gibt aber noch einen Grund, der diesen Rosé zu einem Spitzenwein macht: Seine Einsatzmöglichkeiten als Essensbegleiter. Wo andere Weine vielleicht scheitern, kann dieser Rosé getrost eingesetz werden.In meinem Kopf schwirrt da ein extrascharfes indisches Curry-Gericht, mit einem Haufen Koriander – das werde ich bestimmt bald ausprobieren!

Ob es diesen Wein noch zu kaufen gibt, weiss ich übrigens nicht. Die letzten beiden Weinentdeckungen wurden auf jeden Fall auf der Website als ausverkauft gemeldet.

 

PS: Auch berichtet über den Wein hat der Schnutentunker,

Share: Share 'Becker’s “Ein Rosé ist ein Rosé ist ein Rosé” -zwischen cremig und Kreissäge!' on Delicious Share 'Becker’s “Ein Rosé ist ein Rosé ist ein Rosé” -zwischen cremig und Kreissäge!' on Digg Share 'Becker’s “Ein Rosé ist ein Rosé ist ein Rosé” -zwischen cremig und Kreissäge!' on Facebook Share 'Becker’s “Ein Rosé ist ein Rosé ist ein Rosé” -zwischen cremig und Kreissäge!' on Google+ Share 'Becker’s “Ein Rosé ist ein Rosé ist ein Rosé” -zwischen cremig und Kreissäge!' on LinkedIn Share 'Becker’s “Ein Rosé ist ein Rosé ist ein Rosé” -zwischen cremig und Kreissäge!' on Pinterest Share 'Becker’s “Ein Rosé ist ein Rosé ist ein Rosé” -zwischen cremig und Kreissäge!' on reddit Share 'Becker’s “Ein Rosé ist ein Rosé ist ein Rosé” -zwischen cremig und Kreissäge!' on StumbleUpon Share 'Becker’s “Ein Rosé ist ein Rosé ist ein Rosé” -zwischen cremig und Kreissäge!' on Twitter Share 'Becker’s “Ein Rosé ist ein Rosé ist ein Rosé” -zwischen cremig und Kreissäge!' on Add to Bookmarks Share 'Becker’s “Ein Rosé ist ein Rosé ist ein Rosé” -zwischen cremig und Kreissäge!' on Email Share 'Becker’s “Ein Rosé ist ein Rosé ist ein Rosé” -zwischen cremig und Kreissäge!' on Print Friendly
Categories: Germany,Pfalz
  1. Christian G.E. Schiller Said,

    Hoert sich sehr interessant an, obwohl ich gerne abends auf der Terasse – wie gestern abend hier in Washington DC – einen stinknormalen Rose – mit reichlich Eis, wenn es sehr warm ist – im Glass habe. Wenn ich bei meiner Tochter in Stuttgart bin, greife ich auch schon mal zu einem trockenen Schiller aus der Literflasche. http://schiller-wine.blogspot.com/2009/08/schillerwein-german-speciality.html zum Beispiel vom Dautel.

    Am 28. Mai schlage ich uebrigens wieder in Ffm auf und habe u.a. mit Fabian Schmidt vom Weinegg in Hochheim eine Verabredung. Wuerde Dich das interessieren – a la Chat Sauvage?

    Cheers

    Christian

  2. Blindtaster Said,

    Hallo Christian! Natürlich trinke ich auch gerne einen simplen Rosé mit Eiswürfeln, der Artikel sollte jetzt gar nicht überheblich wirken. Aber dann greife ich schon auch lieber zu den Südfranzosen. Schillerwein hab ich noch gar nicht probiert, obwohl ich schon von den Rotlingen gehört habe.
    Wegen Ende Mai, hört sich interessant an, aber weiss noch nicht ob ich hier bin, das muss ich Dir dann zeitnah sagen. Vielen Dank aber für die Einladung! Cheers, Alex

  3. Christoph Said,

    Dieser Rosé liegt auch noch bei mir im Keller und nach dem Bericht vom Schnutentunker habe ich mir vorgenommen, ihn da auch erst mal noch liegen zu lassen. An ausgezeichneten Rosé würden mir noch drei einfallen:
    1. Domaine Richeaume, Provence
    2. Domaine Vacheron, Sancerre
    3. Herrenhof Lamprecht, Österreich

  4. Blindtaster Said,

    Hallo Christoph. Ich denke es lohnt sich auch jetzt schon eine Flasche aufzumachen um dieses Gegenspiel Säure/Hefe zu erleben, besonders wenn es jetzt etwas wärmer wird, wirkt das bestimmt erfrischend! Danke für die Tipps, habe noch keinen der 3 genannten Weine probiert, werde sie mir merken! Gruss!

  5. Christoph Said,

    Ok. Wir haben auch extra drei, um mal eine Entwicklung verfolgen zu können. Grüße, Christoph

  6. Vimpressionniste Said,

    I’m salivating just thinking back to that razor sharp acidity. I’ve never experienced this in a rosé.

  7. Blindtaster Said,

    I’m having the last glass right now! ;=)

Add A Comment

Notify me of followup comments via e-mail. You can also subscribe without commenting.



Google+