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Château de Lascaux, Côteaux du Languedoc

(Sommer 2003)
Wenn man von Montpellier aus 2O Minuten Richtung Ganges fährt und dann den Pic St Loup vor Augen hat liegt man schon Richtig. Man muss nur noch ein paar Kilometer durch die herrlich duftende Landschaft fahren und man kommt in das kleine gepflegte Oertchen Namens Vacquière. In diesem Dorf gibt es neben den Winzern die für die Genossenschaft anbauen, auch 4 „ Caves particulières“. Eine dieser 3 hat es geschafft sich einen Namen in der gesamten Region und darüber hinaus zu schaffen. Der Chateau Lascaux besitzt über 40 Hektar Wein am Fusse des Pic Saint Loup, wovon die meisten in die AOC Pic Saint Loup – Coteaux du Languedoc gehören. Ein Teil, der dann auch maschinell geerntet wird trägt das Siegel „Vin de Pays“. Jean Baptiste Cavalier, dessen Familie schon seit der Renaissance in Vacquière Wein anbaut hat sich 1990 entschlossen seinen Wein selbstständig zu erzeugen.
Madame Cavalier empfängt uns in Ihrem Caveau in dem man alle erhältlichen Weine natürlich probieren darf:

Der Rosé de saignée 2001, halb Syrah, halb Grenache, mit sehr fruchtigen Noten, den Frau Cavalier nicht zu einer Paella oder Pizza empfehlen würde, dieser Wein hat mehr verdient.

Die cuvée classique, Syrah 70%, Grenache 25%, Mourvèdre 5%. Reife rote Früchte, Gewürznoten wie Pfeffer, Lakritz, Garrigue-Duft, Lorbeerblätter.

Die Cuvée nobles pierre 2000, 90% Syrah,10% Grenache nach der méthode bordelaise in drei Sorten Barrique-Fässern verschiedenen Alters gelagert. Man kann diesen Jahrgang, sowie den 90er, 95er, 98er, 2001er problemlos 15 Jahre ab Erzeugungsjahr lagern.

Die Spezial Cuvée « Les Secrets », erzeugt aus einer 4 Hektar grossen Parzelle von 50 Jahre alten Weinstöcken. Die Cavaliers merkten vor einigen Jahren dass manche Ihrer Reben einen ganz charakteristischen Geschmack hatten. Sie beschlossen daraus eine ganz eigene Cuvée zu machen, in Barrique gelagert.

Für den Jahrgang 2003 wagt Frau Cavalier noch keine Prognose. Letztes Jahr schien der Wein perfekt zu werden, bis kurz vor der Ernte als starke Gewitter 11 Hektar Land unter Wasser setzten. „Eine Katastrophe“, mit der man immer rechnen sollte. „Erst wenn die Ernte vorüber ist, werde ich mir ein Urteil erlauben“.
Ein wenig Regen wünscht Sie sich dennoch: „Bis zur Ernte können wir nicht so durchmachen“, sonst versetzt sich die Rebe in einen Wassersparzustand, den so genannten „stress hydrique“, ein Mechanismus der die Hitzeresistenz dieser Pflanze untermalt. Für die Trauben ist dies natürlich ein Nachteil, besonders weil in den letzten Wochen kaum ein Tropfen vom Himmel fiel.
Überhaupt redet Madame Kavalier gerne über Ihre Weinberge, die Region und die Umwelt. Forscher waren erstaunt zu erfahren, dass im Domaine Chateau de Lascaux keinerlei Insektenschutzmittel verwendet werden. „Wir brauchen keine Pestizide, da die Insekten hier den Reben nicht schaden“. Man untersuchte gründlich die Flora und Fauna und die klimatischen Bedingungen in Vacquières, und kam zu dem Ergebnis, dass der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht relativ gross sei, „Ideale Bedingungen für den Anbau von Weisswein zum Beispiel, für den eine langsame Reife optimal ist“.
Um den Ertrag zu steigern, machte Jean Baptiste Cavalier Experimente mit dem „Eingrasen“ (enherbement) zwischen den Weinstockreihen. Das Gras soll den „Konkurrenzkampf“ unter den Weinstöcken aufleben lassen, und die Ergebnisse zeigen, dass es sich lohnt. Eine andere Methode besteht darin, die Blätter höher zu hängen, an einen dritten Draht, um Sie besser der Sonne auszusetzen, aber auch um die Früchte vor Unwettern zu schützen. „Die gute Pflege der Reben machen den Unterschied zwischen einem gutem und einem schlechtem Winzer aus.“ Durch diese Methode haben Sie einen Teil Ihrer letzjährigen Ernte retten können, wobei andere Weinanbauer Ihre verfaulte Traubenernte komplett vergessen konnten.
Doch woher kommt eigentlich der Name „Lascaux“? „Ein Teil unseres Weingutes heisst Lascaux, was in der Langue d’Oc „Die Steine“ heisst“. Als diese in den berühmten, mit prehistorischen Zeichnungen verzierten, Grotten von Lascaux in der Dordogne, die Kalksteine sieht, kam die Idee für das Etikett.
Heute gehört das Weingut eindeutig zu den führenden in der Region, zu denen die einen erheblichen Anteil daran haben, dass das Languedoc langsam seinen Geheimtipp-Status verliert und zu einer renommierten Gegend wird. Das Languedoc gilt bei Kennern und Profis aber schon lange nicht mehr als Geheimtipp: Der Weltgrösste, aus Kalifornien stammende, Weinproduzent Robert Mondavi interessierte sich vor kurzem für Güter in Annière, in der nähe von St Guilem du Desert. Jedoch wurde er dort nicht mit offenen Armen Empfangen. Der Region hätte Mondavi gut getan, meint Frau Cavalier. Man wollte ihn aber nicht. Es hätte der Region bestimmt mehr Popularität verschafft, ein grosses Unternehmen hätte den Languedoc weltweit bekannt gemacht, aber wahrscheinlich hätte es dadurch auch einen Teil seines Charmes verloren. Wie viele Menschen sehen heute Kalifornien nur als Supermarktwein, als industrielles Massenprodukt?
Und vielleicht ist es auch besser für uns dass das Languedoc noch eine Weile seinen Geheimtipp-Status behält.
(Anm: Das Thema sollte wenig später in dem Film Mondovino wieder aufgegriffen werden)
Als wir den Keller um Sieben Uhr verlassen, ist die Temperatur schon wieder angenehmer geworden, der Duft der Garrigue intensiver, und wir geniessen die Fahrt nach Montpellier.
Während es dann abends anfing erfrischend zu regnen, waren wir dabei in Gedanken bei Madame Cavalier und ihren Trauben: Sie wird sich freuen, und wir auch.

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Categories: France,Languedoc

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