So, zur Abwechlsung nun mal wieder ein Bordeaux, aber dafür auch ein etwas betagter, für Spannung sei also gesorgt. Château Patache d’Aux, ein heute 43 Hektar umfassendes Cru Bourgeois-Gut aus dem Médoc verschneidet laut Steckbrief in seinem Wein 60% Cabernet mit 30% Merlot (zumindest heutzutage). Es ist kein grosser Name aber in einem guten Jahr wie 1986 kann man sich vielleicht noch auf Trinkgenuß gefasst machen.
In der Farbe ist er recht dunkel, nur zum Rand hin leicht aufgehellt, was aber bei diesem Alter nichts Unübliches ist. Die Nase riecht zuerst staubig und modrig, anschliessend überwiegen jedoch malzige Töne. Rotbeerige Frucht kommt dann auch noch verhalten durch genauso wie Madeira Töne.
Am Gaumen zeigt sich dann gleich wieder das Malz, aber auch etwas Leder und Würze. Ein Alterston kann man nicht wegreden, aber der ist wahrlich nicht dominant und wird mit Zeit und Luft immer mehr von den anderen Komponenten übermalt, so dass man irgendwann fast den Eindruck hat jugendliches Feuer im Hintergrund zu spüren! Interessant und imposant auf jeden Fall, wie sich dieser kleine Cru bourgeois noch so entwickelt im Glas: Sogar etwas Waldbeerenfrucht wird erkennbar und der Wein wird mit jedem Schluck saftiger, malziger und gar lakritziger, verlangt noch grössere Schlücke bis man anfängt auf Waldbeeren zu kauen. Von der Struktur her fühlt sich der Wein sehr Weich am Gaumen an, ohne spürbare Tannine, aber auch nicht dünn oder wässrig, Rückgrat ist vorhanden. Zum Abschluss folgt ein eher mittellanger Nachhall, der zuerst etwas bitter erscheint, sich aber nach einer Weile zur Eukalyptusfrische wandelt. Eine schöne Überraschung dieser Wein, der eindeutig noch gut zu trinken ist. Auch beeindruckend wie er sich im Glas noch entwickelt hat: hätte ich ihn Anfangs noch mit 82 Punkten bewertet, so hat er sich doch zum letzten Schluck noch bis 88 hochgekämpft.














